12 Stunden über Stock und Stein
Athleten des VfL Michelstadt in Külsheim beim Mountainbikerennen vorne dabei
Am Samstag, 19.07.2025 fand in Külsheim (Main-Tauber-Kreis) das 12 Stunden Mountainbikerennen statt, es war bereits die 21. Ausgabe und dieses Jahr wurde eine neue Strecke konzipiert. Das Rennen verläuft durch einen aktiven Truppenübungsplatz der Bundeswehr und so sind für das Rennen in Külsheim keine Informationen bezüglich der Strecke zu finden. Erst am Tag selbst ist diese freigegeben.
Das Mountainbikerennen war dieses Jahr mit mehr als 300 Fahrern und somit 150 Teams besucht. Es konnte in der Kategorie Einzelstarter, 2-er, 3-er sowie 4-er Teams gefahren werden, jeweils auch in mixed Teams Männer/Frauen. Zusätzlich findet jedes Jahr noch ein e-Mountainbikerennen von 4 Stunden statt, hier aber auf einer teilweise anderen Strecke aufgrund der Motorunterstützung.
Jeder Fahrer musste mindestens eine Runde absolvieren, gewechselt wurde nach eigenem Ermessen in der Wechselzone auf dem Sportplatz ins Külsheim. Vor dem Rennen wurden die Räder durch den örtlichen Pfarrer geweiht. Anschließend viel nach der Fahrerbesprechung bei bestem Wetter pünktlich um 9 Uhr der Startschuss. Nun hieß, auf der rund 10,5 km langen Runde mit ca. 340 Höhenmeter so schnell und auch so gut wie möglich durchzukommen. Da die Strecke neu konzipiert war, baute man rund 40% Trails ein, enge und Kurvenreiche Teilstücke, welche immer einen gewissen Druck auf die Pedale und Körperspannung benötigten, um hier zügig durchzukommen
Bereits zum Start um 9 Uhr war es auf den unzähligen Wiesenfahrten sehr warm, die Luft stand hier förmlich. Für Schmidt und Trautmann lief es anfangs sehr gut. Man wechselte jede Runde, was eine Fahrzeit von ca. 35-40 min ergab. Man reite sich auf den siebten Platz ein, allerdings waren noch 9 Stunden zu fahren. Mit der Mittagshitze wurden die Zeiten dann langsamer, teilweise benötigten die zwei Fahrer des VfL bis zu 10 min länger pro Runde und man wurde auf den 9. Platz durchgereicht, man machte sich sorgen den Anschluss zu verlieren. Einige Fahrer schoben Ihr Rad auf den steilsten Anstieg bereits. Durch ein Live-Update im Internet sah man aber, dass auch alle anderen Fahrer mit der Hitze zu kämpfen hatten. Nach 4 Stunden Fahrzeit, in der Zeit zwischen 13 Uhr und 16 Uhr konnten Schmidt und Trautmann nicht noch mehr zulegen, teilweise musste man die Geschwindigkeit drosseln, um sich während des Fahrens auszuruhen. Man war erschöpft und die Muskeln waren kurz vor dem Krampfen, der Flüssigkeitsmangel war auch in den Pausen von jeweils 30 min nicht so schnell wieder aufzufüllen. Zudem durfte man den Magen ebenso nicht überlasten, immerhin waren noch einige Stunden zu fahren. Für beide Fahrer war aber bei einem Zwischenfall klar, jeweils für den Anderen einzuspringen und keine Pause einzulegen, diese Zeit ist nicht mehr aufzuholen.
Ab 16 Uhr schien die Sonne dann weniger und so wurden die Zeiten auch wieder schneller. Man kämpfte sich wieder auf Platz sieben nach vorne.
Ca. 3 Stunden vor Ende wurden die ersten Berechnungen angestellt, wann die vorletzte Runde durchs Ziel gefahren werden musste, so dass der letzte Fahrer, egal ob Schmidt oder Trautmann, vor 21 Uhr die Zieldurchfahrt schafft. Wer um Punkt 21 Uhr, nach Ablauf von genau 12 Stunden, nicht durchs Ziel ist, dem wird die letzte Runde nicht mehr gewertet und sei es auch nur um wenige Meter verfehlt.
Schmidt sprach sich in der Wechselzone kurz mit Tim ab, nagelte eine nochmals schnelle Runde von 36 min. ins Gelände, so hatte Tim etwas Puffer als Schlussfahrer-wird Tim es schaffen? Schmidt stand gespannt am Zielbogen, die Zeit lief immer weiter Richtung Ende. Tim blieb ausgerechnet in der letzten Runde an einem Baum in den engen Trails hängen und stürzte. Er verlor hierdurch eine Platzierung, denn auch die anderen Teams mussten ja alle vor 21 Uhr ins Ziel komme und gaben nochmals alles. Er bog den Wiesendownhill Richtung Ziel ein und erreichte genau mit 2:18 min. Restzeit die Zieldurchfahrt. Heraus kam ein achter Platz von den 21 gemeldeten 2-er Teams der Männer und ein 38er Platz von allen angemeldeten Teams an diesem Tag.
Glücklich vielen sich Trautmann und Schmidt in die Arme. 12 Stunden, welche auch durch die Witterung an diesem Tag, den Fahrern alles abverlangt. Beide waren froh durchgehalten und ohne Ausfall dieses Spektakel absolviert zu haben.
Bericht: Jörg Schmied